Hans Schauer: Über „Vieles“ im Ganzen
Beiträge zu einer pluri-relationalen Philosophie
 


Hans Schauer: Lebenslauf

Am 24. 12. 1928 wurde ich als viertes und letztes Kind meiner Eltern in Kassel geboren. Mein Vater, von Beruf Eisenbahn-Ingenieur, stammte aus einer am Stettiner Haff ansässigen Kapitänsfamilie, meine Mutter hatte als Ahnen väterlicherseits Rheinschiffer und –lotsen, mütterlicherseits Bauern und Handwerker vom Hunsrück. Sie wuchs als Gastwirtstochter auf. Mein Vater wurde als Reichsbahnbeamter mehrfach versetzt und mit ihm ist auch unsere Familie häufig umgezogen. Ich wurde in Kassel eingeschult, kam in Leipzig aufs Gymnasium, in Prag wurde mein Schulbesuch ab Anfang 1944 unterbrochen durch den Einsatz als Luftwaffenhelfer, im Arbeitsdienst und als Soldat. Nach dem Zusammenbruch des Nazi-Regimes war ich wenige Wochen in englischer Kriegsgefangenschaft und wurde schon Ende Juni 1945 als „Kind und Landarbeiter“ entlassen und sogar nach Halberstadt gebracht, wo inzwischen meine Eltern lebten. Wir zogen als Flüchtlinge von Halberstadt nach Einbeck, und ich fand Arbeit in der Landwirtschaft in dem nahe gelegenen Dorf Odagsen. In Einbeck konnte ich dann wieder die Oberschule besuchen.

Nach dem Abitur (1947) und anschließender Tätigkeit als Laborant bei dem Tierpsychologen G. Kramer in Heidelberg begann ich dort das Studium der Zoologie und Botanik (Nebenfächer: Chemie und Physik), und wechselte nach vier Semestern zum Studium der Psychologie in Göttingen (Diplom 1953). In den folgenden Jahren führte ich in einem Forschungsprojekt von Prof. E. Bay (Heidelberg, Düsseldorf) psychologische Untersuchungen an aphasischen Patienten durch. Nach einem Jahr als Assistent im Psychologischen Institut der Universität Köln war ich in Bremen (dort begann ich eine Lehranalyse) und wieder in Heidelberg in psychiatrisch-neurologischen Kliniken als Klinischer Psychologe tätig. 1966 promovierte ich zum Dr. phil. mit einer im Schwerpunkt sprachanalytischen Arbeit  über „Die Indikationsstellung in der psychologisch begründbaren Einzelfallhilfe“. Ab 1967 übernahm ich Lehrverpflichtungen in den Bereichen Klinische Psychologie und Tiefenpsychologie im Psychologischen Institut der Marburger Universität und wurde 1972 zum Professor ernannt.

Seit der Pensionierung (1994) befasse ich mich wieder intensiv mit einigen schon vor dem Studium erstmals aufgegriffenen Themen der Monotheismuskritik und mit einer später konzipierten pluralistischen Philosophie. Darüber habe ich mehrfach im Rahmen des Vereins philoSOPHIA Marburg, der Humanistischen Union Marburg und der Gesellschaft für kritische Philosophie Nürnberg Vorträge gehalten, von denen einige in „Aufklärung und Kritik“ veröffentlicht wurden. In letzter Zeit versuche ich, eine Internet-Öffentlichkeit über die Methoden und Ergebnisse meines Philosophierens in einer eigenen Homepage zu informieren.

 

Editorische Vorbemerkung

Für die Vorbereitung und schließlich Fertigstellung dieser Homepage (http://www.hansschauer.de) danke ich ganz herzlich meinem Sohn Moritz und meinem Computerhelfer Hannes. Für den Inhalt der Texte, insbesondere für deren Mängel, bin ich jedoch allein verantwortlich, erst recht natürlich für Formulierungen, die vielleicht – von wem auch immer – als anstößig empfunden werden könnten, ohne dass ich dies beabsichtigt hätte.

Die jetzt eingerichtete Homepage hat zwei Vorläufer: eine erste Fassung der Texte fand ab Frühjahr 2001 ein Dach unter der Website meines Sohnes (http://www.laterne-online.de/monotheismuskritik/). Er hatte mir Mut gemacht, mich auf meine alten Tage noch auf das Abenteuer einer eigenen Internetveröffentlichung meiner bisherigen und zukünftigen Arbeiten einzulassen, wofür ich ihm noch heute sehr dankbar bin. Diese Homepage wurde später (ab Frühjahr 2002) unter meiner eigenen Adresse (http://schauer.de.lv) anwählbar, dies aber nur bis zum Frühjahr 2004. Aus für mich bis heute unerfindlichen Gründen war sie dann nicht mehr verfügbar. Das machte es notwendig, die Homepage aus den in der Festplatte meines PC erhaltenen Dateien in gleicher Zielrichtung wieder neu aufzubauen, was nur möglich wurde durch die gleichermaßen sachkundige und unermüdliche Hilfe von Hannes Harbrecht. Die Neuauflage meiner Homepage gab mir vielfach Gelegenheit, neben den ganz erheblichen formalen Verbesserungen beispielsweise der Gesamtgliederung auch inhaltliche Korrekturen und vor allem Ergänzungen vorzunehmen. Bei diesen Revisionen hat sich der Schwerpunkt der Argumentationen von der Monotheismuskritik stärker zur Verdeutlichung einer pluralistischen Gesamtsicht verlagert. So ergab sich mir erst nach und nach eine derzeit mögliche Gesamtdarstellung meines Denkens, die ich mir anfangs kaum zu träumen gewagt hätte.

Moritz und Hannes haben dies alles schließlich in guter Zusammenarbeit, mit erkennbar hoher Kompetenz und unermüdlicher Zuverlässigkeit technisch umgesetzt. Die beiden haben mir dabei nicht nur geholfen, mit dem Computer immer angemessener umzugehen (immerhin habe ich den gesamten Text selber getippt und immer wieder korrigiert), sondern mich sogar mit diesem Gerät und seinen vielfältigen Dienstbarkeiten mehr und mehr anzufreunden, was bei einem nunmehr 76jährigen Gruftie schon viel heißen soll.

Ich hoffe, mit dem nunmehr revidierten Text einen erweiterten Leserkreis ansprechen zu können und bin sehr an kritischen und auch an positiven Stellungnahmen, vor allem aber an Korrekturvorschlägen, textnahen Hinweisen und anschlussfähigen Ergänzungen interessiert, die an die E-mail-Adresse mail@hansschauer.de zu senden wären.

Zu der Frage nach einer Veröffentlichung dieser Abhandlung in Buchform, die wegen der besseren Daten-Haltbarkeit und damit sub specie aeternitatis vorzuziehen wäre, möchte ich schon hier den Hinweis geben, dass ich Verlage wie
C. H. Beck München
Mohr/Siebeck Tübingen
Ullstein Frankfurt
Rowohlt Reinbek
Reclam Stuttgart
schon deshalb bevorzugen würde, weil ich von verschiedenen Autoren, deren Schriften von diesen Verlagen veröffentlicht wurden, sehr vieles lernen und entnehmen konnte, das ich dann in meiner eigenen Abhandlung weiter zu entwickeln suchte.

Hans Schauer, 11. Juli 2005