2.5.3.10. Die Weltanschauung des Montaigne

M.s eigene Weltanschauung ist aber nicht hinreichend nur von solchen Negationen her zu verstehen: er ist viel mehr als ein bloßer Anti-Christ oder A-Theist oder A-Gnostiker, denn er setzt den von ihm verworfenen Orientierungen etwas Positives entgegen. Und genau danach sollte man weiterfragen: Wie könnten wir dieses Positive näher charakterisieren? Was glaubt M. selber? Was hätte er bekennen wollen, wenn man ihn nach einem solchen Bekenntnis am Leben gelassen hätte? Mit "Glauben" ist hier natürlich nicht der religiöse Gehorsam gemeint, etwas für wahr zu halten, was einem als Inhalt des Glaubens vorgegeben wurde, was also geglaubt werden soll. Bei M. kann es vielmehr nur um das gehen, woran er sich selber in seiner Sicht der Welt ("Weltanschauung") und in seinem Leben orientiert hat, was er selber für wichtig und handlungsbestimmend hielt. Daher sollte nicht nur nach dem gefragt werden, was M. über seinen Glauben sagte, sondern auch nach dem, was er - von ihm geleitet - wirklich tat. Die leitenden Motive könnten auch auf einem differenzierten Wissen begründet sein (statt auf einem Glauben), denn je mehr einer über handlungsleitendes Wissen verfügt, desto weniger muss er glauben! Was man erforschen, selber erfahren und dann selber wissen kann, das braucht man nicht eigens jemandem zu glauben, der es als Offenbarung behauptet hat!

Beginnen wir mit M.s geistigem Hintergrund: M. ist stark von der italienischen Renaissance beeinflusst, und er schätzte die Autoren der klassischen Antike, weil sie ihm positive Alternativen zu den Negativitäten des Christentums seiner Zeit vermittelten. Das Wiederaufleben des Alten war ihm aber nicht so wichtig wie die Begründung eines zukunftsorientierten und in der Gegenwart realisierbaren Humanismus: Der Mensch ist ihm wichtiger als alle Götter, wichtiger selbst als der eine Gott, der sich selber für das Wichtigste hält, oder, wie H. Friedrich in noch christlicher Formulierung schreibt (S. 31): " M. hat die Tendenz, das Geschöpf wichtiger zu nehmen als den Schöpfer". Für M. ist der Mensch zwar nur ein Punkt im All (H. Friedrich, S. 114), aber doch ein Teil der selbstmächtigen Natur, die eine Ordnung in sich selber trägt (ebd. S.319). Sein affektives Naturverhältnis könnte als Naturfrömmigkeit bezeichnet werden, ernst und ehrfürchtig, mit einem Vertrauen, das auch ohne Gott auskommt (ebd. S. 295 - 297), das sich vielmehr mit den Worten und Inhalten der hellenistischen Weisheit und Lebensphilosophie besser aussprechen lässt (ebd. S. 102). Vor allem ist ihm, dem Michel de Montaigne, er selbst als ein Mensch sich selber wichtig, und zwar in allem, was sein Menschsein ausmacht. M. pflegt Freundschaft mit sich selbst und Toleranz auch gegenüber seinen eigenen Mängeln. Das Leben, und zwar zunächst sein eigenes Leben, aber nicht solipsistisch nur sein Leben, sondern auch das Leben der Anderen, war ihm wichtiger als alle Theorie. Er hatte eine positive Beziehung auch zur Sexualität. Nein, das klingt viel zu abgehoben. Besser wäre zu sagen: er lebte seine Sinnlichkeit und hatte gute Gefühle dabei! M. traute sich, auch über intime Angelegenheiten seiner Bedürfnisse und seines Körpers offen zu schreiben, Er war also nicht christlich verklemmt, sondern, wie H. Friedrich meinte, eine "Renaissance-Natur ..., die sich ihres eigenen Wuchses vor niemandem schämt". M. konnte lieben, genießen, essen und trinken, reiten und kämpfen, er las und schrieb gerne, er diskutierte gern, war neugierig und experimentierfreudig. Alles in allem verfolgte er irdische Ziele, er war diesseitsorientiert, es ging ihm um sein jetziges Leben, in eben diesem Augenblick; ein mögliches Weiterleben nach dem Tode interessierte ihn anscheinend überhaupt nicht. Der Tod war für ihn ein unumkehrbares Ende von Leib und Seele, es kommt nichts danach. Der Tod war für ihn der Abschluss des Sterbens, und auch dies sah er als eine anspruchsvolle Aufgabe an, unter guten Umständen eine achtenswerte menschliche Leistung. Mit dieser Betonung des "gekonnten" Sterbens vertrat M. eine antike Auffassung der ars moriendi, des menschlich positiven Umgangs mit Sterben und Tod.

In seinem Verständnis von Humanismus beruft M. sich auf die Gemeinschaft aller Menschen, gleich welcher Religion, Sprache, Rasse etc. Selber ein Adliger, fühlt er sich doch auch den einfachen Leuten, unter denen er als Kind aufgewachsen war, verpflichtet, aber gar nicht von oben herab, sondern aus einem natürlichen Solidaritätsempfinden. In einem Gesuch an den König von Frankreich, das er als Bürgermeister von Bordeaux verfasst hatte, plädierte er für eine gerechtere Verteilung der Steuerlast (Lacouture, S. 251): "Alle Steuererhebungen sollten gleichermaßen auf alle Personen verteilt werden, und da der Starke den Schwachen tragen soll, ist es nur vernünftig, dass diejenigen, die über die größeren Mittel verfügen, die Last mehr zu tragen haben als diejenigen, die von der Hand in den Mund und im Schweiße ihres Angesichts leben". Neben der Verteilung der Steueraufkommen nach Vermögen und unter Ausschluss adeliger Vorrechte auf Steuerfreiheit fordert er weiterhin die Gleichheit aller vor dem Gesetz, und zur Sicherung dieses Prinzips die Möglichkeit für die Armen, ihr Recht kostenlos einzuklagen: " ... ist es erforderlich, dass für alle unentgeltlich Recht gesprochen wird, auch für die mindesten Geschöpfe aus dem Volke, so weit es sich machen lässt ..." (ebd.). Man könnte hier von einem sehr praktischen Humanismus sprechen eines Vorkämpfers für soziale Reformen, und zugleich eines Kritikers der Ausnutzung von Macht zu Lasten der Schwächeren. So ergänzte M. einen von Richtern ausgearbeiteten Reformvorschlag für Heinrich von Navarra mit einer gutachterlichen Schlussbemerkung: "Achten Sie darauf, dass die Männer der Kriegskunst, des Glaubens und der Rechtsprechung das Recht in Ehren halten" (Lacouture, S. 252). Das war damals offenbar noch nicht einmal für die Richter eine Selbstverständlichkeit! Sein Mitgefühl galt besonders den Schwächsten der Schwachen, den Findelkindern, für die er als Bürgermeister von Bordeaux durchsetzte, dass allgemein verbriefte Rechte auch für arme und verlassene Kinder gelten sollten (Lacouture, S. 246). In solcher Weise ist M. menschenfreundlich, aber nicht im Bestreben, ein christliches Liebesgebot zu erfüllen und sich etwa damit einen Platz im himmlischen Jenseits zu sichern, sondern aus natürlichem Mitgefühl und herzlicher Solidarität, im Falle der Findelkinder zusätzlich orientiert an der Pädagogik des Quintilian, auf die er sich auch in seinen Essais bezieht (M. de M., S. 91). Es sind keine Almosen, die er als reicher Mann zu verschenken hätte, sondern er setzt Rang und Namen ein, sogar mit dem Risiko, sich damit Feinde zu machen und eine herrscherliche Gunst zu verscherzen, und dies nur, um sich für Steuergerechtigkeit und gleiches Recht für alle einzusetzen. Mit dieser Orientierung an den Menschenrechten passt gut zusammen, dass M. in seiner Kritik am Rassismus und Kolonialismus seiner Zeit um mehrere Jahrhunderte voraus war (M. de M., II. Buch, Kap. 31: Über die Menschenfresser, S. 109 - 115).

Bei allem Reformwillen war M. aber kein eifernder Weltveränderer. Er lehnte Neuerungen ab, wenn diese die verbürgte Sicherheit der Schwachen und Friedfertigen zu beeinträchtigen drohten (Lacouture, S. 103). Er hatte etwas gegen Revolutionäre, war insofern ein "wertkonservativer" Aufklärer, im praktischen sozialen Leben war er ein "Usualist" im Sinne von Odo Marquard: Er hielt es für sinnvoll, wenn sich jeder dort, wo er lebt, an dem orientiert, was bei den Menschen seiner Umgebung und seiner Zeit an Brauch und Sitte ortsüblich war. Er meinte jedoch, dass nicht nur Sitten und Gebräuche, sondern auch religiös-weltanschauliche Einstellungen Gewohnheitssache seien, und gute Gewohnheiten könne man beibehalten. Das war aber kein Opportunismus mit beliebiger Anpassung, weil M. sehr wohl zwischen üblem Üblichen und vertretbarem oder wünschenswertem Üblichen zu unterscheiden wusste. Doch für ihn gehörte das, was die Menschen seiner Umwelt glaubten, damit zunächst mal auch zu seiner Welt, und er gab sich keine Mühe, für sich selber eine neue "bessere" Welt zu erfinden und für mögliche Gesinnungsgenossen zu propagieren. Solcher Usualismus ist sinnvoll wohl nur unter der Voraussetzung, dass sich die Menschen in der Gemeinde oder in größeren Bezirken im Grundsätzlichen einigermaßen einig waren oder wenigstens bereit waren, geringere Differenzen zu tolerieren. M. selber wusste die soziale Realität gut einzuschätzen und gegebenenfalls für sich zu nutzen. In diesem praktischen Sinne war er, wie man heute sagen würde, ein "Realo". Er war auch realistisch genug, sich vor der Inquisition zu schützen, und dies hat dazu beigetragen, dass er doch vergleichsweise alt werden konnte und im Krankenbett starb, statt auf dem Scheiterhaufen verbrannt zu werden.

Weniger mit dem Glauben im üblichen Sinn etwa der christlichen Religion, sondern mehr mit Weltanschauung als Orientierung über die Welt und in der Welt hat das zu tun, was M. über das wissenschaftliche Erkennen, über seine Voraussetzungen, Methoden und Ergebnisse in den Essais kundgetan hat. M. ist zunächst auch im philosophischen Sinne ein Realist. Es liegt ihm fern, zu spekulieren, ob die Welt und das in ihr Seiende etwa nur Inhalt des eigenen Bewusstseins seien, oder etwa nur ein Gedanke Gottes. Er fasst das Sein pluralistisch auf: es gibt viele Arten von Realität, und jede muss auf ihre Weise für die Erkenntnis erschlossen werden. Des weiteren ist M., was das Erkennenwollen betrifft, im guten Sinne des Wortes ein Radikaler (von lat. radix = Wurzel). Er will wissen, ob etwas, was behauptet wurde, wirklich wahr ist: "Der Grund, warum man kaum etwas bezweifelt, liegt darin, dass man die allgemeinen Ansichten niemals überprüft; man gräbt nicht bis zur Wurzel, in der das Anfechtbare und Falsche steckt, sondern man streitet allein über die Zweige; man fragt nicht, ob es wahr sei (H. S.: wie in der Naturwissenschaft), sondern ob dies oder das darunter verstanden wurde (H. S.: wie in den hermeneutischen Disziplinen), man fragt nicht nach der Hieb- und Stichfestigkeit dessen, was Galen sagte, sondern ob er es so oder so formuliert habe" (S. 269). M. ist auch - wiederum im alten Sinne des Wortes - ein Skeptiker, d. h. er schaut sich selber um und betrachtet die Dinge genau, bevor er sich ein eigenes Urteil bildet oder gar eine fremde Meinung übernimmt. Er lässt sich nichts einreden und verzichtet auch darauf, jemandem etwas einzureden. Er kann gut ertragen, wenn andere etwas anderes glauben als er selbst, aber er möchte auch nicht von anderen genötigt werden, etwas als Wahrheit anzunehmen, was er nicht glauben kann oder nicht glauben möchte. M. ist ein Empirist: er bildet sich gern aus eigener Anschauung ein Urteil und zitiert lieber diejenigen seiner Gewährsleute, von denen er die begründete Meinung haben kann, dass auch sie ihr Urteil aus eigener Anschauung der Realität gewonnen haben. Heute würde man solche Einstellung als forschungsorientiert bezeichnen. Um den Fortschritt der Erkenntnis zu befördern, pflegte M. die Kontakte mit denen unter den Mächtigen, die ihre Wissenschaftler nicht am Forschen, Lesen und Schreiben hinderten und keine Bücherverbrennung zuließen, und die auch bereit waren, die Internationale der intellektuellen Nichtgläubigen unter ihren Untertanen am Leben zu lassen.

M. besteht darauf, dass ein Forscher das, was er empirisch herausgefunden hat, auch frei äußern darf, auch wenn seine Auffassungen mit der herrschenden Meinung nicht übereinstimmen. Er beruft sich dabei auf die zumindest freiheitsförderlichen Bedingungen in den Gesellschaften der griechisch-römischen Antike: "Die Freiheit und Lebendigkeit der antiken Geister brachte in der Naturphilosophie und den Humanwissenschaften also mehrere Schulen unterschiedlicher Auffassungen hervor, von denen jede es unternahm, auf Grund eigener Meinungs- und Urteilsbildung Partei zu ergreifen" (S. 279). Die sich daraus ergebenden wissenschaftlichen Auseinandersetzungen sollten nach M. in einer von Toleranz bestimmten Diskussionskultur geführt werden: "Eine gut geschriebene Abhandlung verliert doch nicht an Eleganz, weil sie sich gegen meine Sache richtet. Vom Kernpunkt der Kontroverse abgesehen, habe ich stets meine Ausgewogenheit und völlige Unparteilichkeit bewahrt" (S. 509). M. verteidigt wissenschaftliche Gegensätze und offene Streitfragen gegen zudeckende Einebnungsversuche und falsche Verallgemeinerungen, ähnlich dem Marc Aurel, der an vielen Stellen seiner "Selbstbetrachtungen" es dem Leser überlässt, zu den klar als antithetisch gekennzeichneten unterschiedlichen Positionen selber Stellung zu nehmen und offene Fragen selbst zu entscheiden - oder weiterhin offen zu lassen. Sehr aufschlussreich für M.s eigene Position im Streit der Glaubensrichtungen ist seine Bemerkung ziemlich am Ende des Kapitels "Apologie für Raymond Sebond": "Wenn wir in den Auseinandersetzungen über die Religion sagen, wir brauchten einen, der weder der einen noch der anderen Seite anhänge, also unparteiisch und gefühlsmäßig ungebunden sei (was unter Christen unmöglich ist), ... Wir brauchten einen, der frei von all solchen Befindlichkeiten wäre, damit er vorurteilslos über die diesbezüglichen Fragen urteilen könne, weil sie ihn gleichgültig ließen. Wir brauchten insoweit einen Richter, wie es ihn noch nie gegeben hat" (S. 298). Es kann sein, dass er damit sich selber meinte und sich jedenfalls zutraute, diese Rolle einzunehmen, falls nur die streitenden Parteien übereinkommen könnten, ihn mit dieser Aufgabe zu betrauen und seine Vorschläge wenigstens ernst zu nehmen, wenn nicht sogar umzusetzen.

Der Anspruch auf Freiheit des eigenen Denkens ist bei M. verbunden mit der Forderung nach religiöser Gewissensfreiheit: für sich selber, aber auch für die Anderen. Es geht ihm also gar nicht so sehr darum, nur seinen eigenen Glauben zu verteidigen oder gar ungehindert zu verbreiten, sondern er meint etwas Prinzipielleres, nämlich dass Menschen akzeptieren sollten, dass ihre Mitmenschen glauben dürfen, was sie glauben möchten. Der Wunsch nach Gewissensfreiheit für sich selbst ist also eingebunden in die Forderung an jeden, tolerant gegenüber dem Glauben der Anderen zu sein. Und er hält sich selber daran: "Wenn ich mich an eine bestimmte Verhaltensweise gebunden fühle, zwinge ich sie deswegen nicht ... aller Welt auf; ich kann mir Tausende von entgegengesetzten Lebensformen vorstellen und für gut befinden" (S. 121). Wenn Mao Tse Tung doch nur sein Wort "Lasst Tausend Blumen blühen!" genau so ernst und ehrlich gemeint hätte! Doch zurück zu M., der seinen Gedanken weiterführt: "So weit wie irgend möglich will ich keinen mit meinen Wertvorstellungen und Grundsätzen behelligen, sondern betrachte jeden als eigenständiges Wesen, das ich, ohne es mit anderen zu vergleichen, an seinem Selbstentwurf messe" (S. 121). Sein Bestehen auf Gewissensfreiheit korrespondiert also mit der Toleranz gegenüber dem Glauben der Anderen. Das hat nach H. Friedrich (S. 105) mit seiner skeptischen Grundorientierung zu tun: "Wie jeder echte Skeptiker ist M. ... tolerant. Große religiöse Fähigkeiten hat er immer gelobt", allerdings, wie ich (H. S.) denke, mit einer Einschränkung: falls sie ihm nicht allzu offensichtlich verrückt erschienen! M. ist aufgeschlossen für alle Religionen und ist in einer christlichen Welt so offen für jede andere Weise des Glaubens, dass dies schon als eine implizite Kritik am Christentum erscheint (H. Friedrich, S. 108).

Auch wenn M. die so verschiedenartigen religiösen Überzeugungen und Verhaltensweisen prinzipiell respektiert, so betrachtet er sie doch aus einer ziemlichen Distanz: er fasst sie "als kulturgeschichtlich und ethnographisch interessante Tatsachen" auf (H. Friedrich, S. 107), wie sie die Reiseliteratur seiner Zeit ihm vermittelt hat, oft sogar als eine Kuriosität unter all den anderen menschlichen Kuriositäten, die er wie ein Völkerkundler zur Kenntnis nimmt (ebd. S. 106). Besonders in seinem Reisetagebuch "richtet sich sein Sinn auf alles Sittengeschichtliche. Unter dieses fallen für ihn auch Konfessionen (H. S.: auch die christlichen!), Kulte und Sekten; sie sind wie eine Art Lokalkolorit der jeweiligen Gegenden" (H. Friedrich, S. 240), wie Sitten und Gebräuche fremder Völker, also etwa wie der Almauftrieb, das Fensterln, das Fingerhakln und die Motorradweihe in Oberbayern! So besucht M. den Papst (es war Gregor XIII.) fast so "wie man eine Sehenswürdigkeit besucht", und "er ist nicht aus der Fassung gebracht, vor dem Oberhaupt der katholischen Christenheit zu stehen" (ebd. S. 240). Für die Wahl der Mittel zum religiösen Heil mag M. niemandem Vorschriften machen; so zitiert er die Geschichte von dem Türken, der im Wallfahrtsort Loreto eine teure Wachskerze gestiftet hatte, als er in höchster Not war und "jede Art von Seil", also auch das christliche, ausprobieren wollte (H. Friedrich, S. 240).