3.1. Einführung

Inhaltsverzeichnis

3.1.1. Persönliche Vorbemerkung
3.1.2. Problemstellung
3.1.3. Ausgang von der Alltagserfahrung: Das Erleben von Schwere
3.1.4. Traumhaft-mythische Schwereerfahrungen
3.1.5. Der Weg zur wissenschaftlichen Erforschung der Gravitation

3.1.1. Persönliche Vorbemerkung

Noch ganz abgesehen von dem im Titel angekündigten Inhalt einer Gravitationstheorie geht es in der folgenden Abhandlung um ein geistiges Abenteuer, um eine kritische Auseinandersetzung mit fest etablierten Sichtweisen, und um den Versuch, ihnen eine für heutige Leser neue Alternative entgegenzustellen. Ich werde dem Leser (ganz geschlechtsneutral gemeint) daher einiges an Risikobereitschaft, geistiger Anstrengung und Ausdauer abverlangen müssen. Es wird nötig werden, die eigenen Forderungen nach gebührender Achtung altberühmter Autoritäten hintanzustellen und sich auf die Rezeption von Sichtweisen und Theorien einzulassen, die zwar auch auf den Vorarbeiten respektabler Wissenschaftler aufbauen, aber sich bisher noch nicht in der Fachwissenschaft und schon gar nicht im Weltbild der Gebildeten durchsetzen konnten.

Ich habe mir selber mit dieser Abhandlung vielleicht mehr abverlangt, als ich mir bisher in diesem Problemfeld zu leisten zugetraut hatte. Ich könnte nämlich als physikalischer Laie gelten, denn ich bin nach Ausbildung und Beruf Klinischer Psychologe, und mit meinen vier Semestern Studium der Physik (neben Biologie und Chemie) in den Jahren 1948/1949 kann ich mich nicht als "Physiker" bezeichnen. Aber ich habe mich über Jahrzehnte weiterhin mit der Gravitationsproblematik befasst, konnte in den letzten Monaten den aktuellen Stand der Debatten in dieser Sache gründlich durcharbeiten und glaube inzwischen Eigenes dazu beisteuern zu können. Ich hoffe daher, nicht nach meiner beruflichen Zuordnung, sondern nach der Qualität meines Beitrags eingeschätzt und auch als "Nicht-Physiker" ernst genommen zu werden. Es soll ja vorkommen, dass Menschen in einem ihnen weniger vertrauten Bereich die ihnen bislang gesetzten Grenzen übersteigen konnten. Mein Vater hatte dafür einen Spruch: "Es wächst der Mensch mit seinen höhern Zwecken". Als Kind dachte ich noch, es seien damit die Stahlzwecken gemeint, mit denen damals die Stiefelsohlen der größeren Jungen gegen vorzeitige Abnutzung geschont werden sollten. Aber später habe ich dann doch den moralischen Imperativ erkannt, den Friedrich Schiller in "Wallensteins Lager" mit diesem Spruch zum Ausdruck bringen wollte, und ich hoffe, dass ich ihm nachkommen konnte. Zwar könnten im folgenden Text einige meiner eigenen Formulierungen wegen einer gewissen Laienhaftigkeit als verbesserungsbedürftig erscheinen (Korrekturvorschläge sind erwünscht!). Aber ich nehme für mich in Anspruch, die Qualität anderer Autoren recht gut einschätzen zu können. Ich bin sicher, dass ich in diesem Problembereich Autoren fand, deren Gedanken es wert waren, aufgegriffen und weitergeführt zu werden, und das gibt mir die Zuversicht, dass auch in meinem Versuch, ihre Beiträge im Zusammenhang darzustellen, etwas von der Qualität des von ihnen Gedachten erhalten geblieben ist und sich zu einer Gesamtqualität einer alternativen Gravitationstheorie verbinden lässt.

An einem in der Sache hoch komplexen Text kann jemand über lange Zeit arbeiten und immer wieder Anlass zu Korrekturen und Ergänzungen finden. So manches literarische Werk erblickt dann gar nicht erst das Licht der Welt, ganz abgesehen von denjenigen, bei denen noch nicht einmal die Zeugung riskiert wurde. Da lob ich mir den Mut der Frauen: spätestens nach neun Monaten gebären sie ihr Kind, so klein es auch noch ist. Es kann ja nach der Geburt immer noch weiter wachsen und hoffentlich richtig groß und erwachsen werden. So habe ich mich entschieden, meine Abhandlung über "Perspektiven einer Korpuskulartheorie der Gravitation" wenigstens ins Internet zu geben, in der Hoffnung, dass ich konstruktive Rückmeldungen bekomme, die zu weiterem Wachstum, genauer: zur Korrektur und weiteren Ausarbeitung dieser Theorie beitragen können.